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Info Böhmen & Mähren

Info & Hintergründe zu Briefmarken Verausgabung im Protektorat Böhmen und Mähren

Info & Hintergründe zu Briefmarken Verausgabung im Protektorat Böhmen und Mähren

Briefmarken im Protektorat Böhmen und Mähren vom 15.3.1939 - 8.5.1945

Historische Hintergrundinformationen zu den Briefmarken Ausgaben Böhmen und Mähren

Das Sammelgebiet der Briefmarken aus dem Protektorat Böhmen und Mähren gehört zu den beliebten Briefmarken Nebengebiete des Deutschen Reiches. Das Briefmarken Sammelgebiet ist überschaubar, hat reichlich Potential für Besonderheiten und ist relativ preisgünstig zu beschaffen. Das Protektorat Böhmen und Mähren bestand vom 15.3.1939 bis zum 8.5.1945 und stand unter Verwaltung und Besetzung durch das Deutsche Reich. Das Gebiet des Protektorats umfasste das Rest Territorium der Tschecho-Slowakischen Republik welches nach Abgaben und nach der Sezession der Slowakei am 14. März 1939 verblieben war. Dieses Territorium der Tschecho-Slowakischen Republik war gegenüber dem Jahre 1937 stark verkleinert. Schauen wir uns die Beschreibung des Sammelgebiet Böhmen und Mähren des Michel Briefmarken Katalog von 1941 an. Dort steht folgendes auf Seite 74

Deutsches Protektorat

Nach Artikel I des Erlasses des Führers und Reichskanzler vom 16. März gehören die von den deutschen Truppen im März 1939 besetzten Landesteile der ehemaligen Tschecho-Slowakischen Republik von der Besetzung ab zum Gebiet des Großdeutschen Reiches und treten als "Protektorat Böhmen und Mähren" unter dessen Schutz.

Artikel III, VIII und X besagen ferner:

1. Das Protektorat Böhmen und Mähren ist autonom und verwaltet sich selber

2. Es übt seine ihm im Rahmen des Protektorats zustehenden Hoheitsrechte im Einklang mit politischen, militärischen und wirtschaftlichen Belangen des Reiches aus. Das Reich führt die unmittelbare Aufsicht über das Verkehrswesen sowie des Post- und Fernmeldewesen. Gesetzliche Zahlungsmittel ist neben der Reichsmark bis auf weiteres die Krone (1 Krone = 0,10 RM)

Vom 1. April 1939 an gelten im Postdienst vom übrigen Reich nach dem Protektorat und umgekehrt für gewöhnliche Briefe und Postkarten Inlandsgebühren."

Ende des Zitates aus dem Michel Briefmarken-Katalog Europa 1941 Seite 74

1938 wurde die Abtretung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich erzwungen. Philatelistisch gesehen wurde dieses makabre Schauspiel durch die zeitweilige Nutzung von Briefmarken für das Sudetenland bestehend aus tschechischen Briefmarken mit amtlichen und privatem Überdruck "Wir sind frei" und dem Einsatz verschiedener offizieller und inoffizieller Sonderstempel. 

01-Briefmarken-Befreiungsstempel-Asch-Sudetenland

1938 musste die Tschechei das Olsagebiet an Polen abtreten und slowakischer Landesteile an Ungarn infolge des Ersten Wiener Schiedsspruchs im Herbst 1938. Das Protektorat Böhmen und Mähren wurde am 16. März 1939 proklamiert und völkerrechtswidrig in Form einer Annexion als unmittelbares Reichsgebiet in das damalige Großdeutsche Reich einbezogen. Die Unterlagen aus dem Deutschen Reich sprechen hier wie oben aufgeführt eindeutig von einer Besetzung der Tschecho-Slowakischen Republik durch deutsche Truppen. Obwohl der zweite Weltkrieg erst am 1. September mit dem Überfall deutscher Truppen auf Polen den Anfang nahm, war die Besetzung der Tschecho-Slowakischen Republik ein kriegerischer Akt.

Die ersten Briefmarken des Protektorat Böhmen und Mähren - Ein kleiner Geheimtipp?

Die ersten Briefmarken des Protektorates Böhmen und Mähren erschienen am 15. Juli 1939. Verausgabt wurden 19 Briefmarken der Tschechoslowakei welche mit einem zweizeiligem Raster Tiefdruck Aufdruck Böhmen & Mähren - CECHY a Morava Aufdruck versehen war. Die Auflage dieses mit der Michel Katalognummer 1-19 besteht aus wenigen 275.000 komplette Sätze. Das ist eine annehmbare geringe Auflage. Komplette Sätze in postfrischer oder gestempelten Ausführung haben somit Seltenheitswert. Folgendes Bild zeigt diesen legendären Briefmarken-Satz:

1939-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-1-16-Ueberdruck
1939-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-16-19-Ueberdruck
Michel Briefmarken Katalog Deutschland Spezial Band I - Böhmen und Mähren Michel Nummer 1 - 19

Frei- Sonder- und Zeitungsbriefmarken Böhmen und Mähren Briefmarken Deutsches Reich Michel Nummer 20 - 142

Die Briefmarken Ausgaben von Böhmen und Mähren erstrecken sich mit unterschiedlichen Motiven und zu verschiedenen Anlässen von der Michel Nummer 20 bis Michel Nummer 142 für Briefmarken Böhmen und Mähren. Besonders interessant ist die Tatsache, dass sich bei den Briefmarken Ausgaben von Böhmen und Mähren auch Zeitungsmarken zu finden sind. Die Motivgestaltung der Briefmarken aus Böhmen und Mähren beschäftigen sich erstaunlicherweise wenig mit NS Gedankengut, wenn man hierzu die Briefmarken des Deutschen Reiches zum Vergleich setzt. Auch spielen keine antisemitischen Aussagen wie das zum Beispiel bei der Ausgabe von Serbien von 1942 mit der Michel Nummer 58 - 61 getan wurde. Hier wurde mit der Motivgestaltung zu einer Anti Freimaurer-Ausstellung in Belgrad eindeutig antisemitische Hetze betrieben.

01-Serbien_Antisemitismus

Die Briefmarken aus Böhmen und Mähren beschäftigen sich in der Motivauswahl eher mit den landespezifischen Darstellungen. Die Motive befassen sich mit Bauten und Industrie oder mit wichtigen Persönlichkeiten der Tschechei. Dem mit dem Überdruck versehen Briefmarken der Michel Nummer 1-19 folgten am 29 Juli 18 Briefmarken von einer Nominale 5 Heller bis 20 Kronen. Die Briefmarken mit 5 Heller, 10 Heller, 20 Heller und 25 Heller zeigten als Motiv einen Lindenzweig mit Früchten. Bei der 40 Heller Briefmarke zeigt das Motiv Klingenberg, die 50 Heller Briefmarke zeigt als Motiv die Burg Karlstein, die 60 Heller Briefmarke zeigt als Motiv Kuttenberg. Damit sind die Heller Briefmarken Werte abgeschlossen. Es folgen die Briefmarken Kronenwerte mit 1 Kronen mit Motiv Prag, 1,20 und 1,50 Kronen jeweils mit Motiv des Landesmuseum und Turm zu Brünn, 2 Kronen und 2,50 Kronen jeweils mit Motiv Olmütz, 3 Kronen zeigt als Motiv die Schuhfabrik in Bata-Zin, die 4 Kronen Briefmarke zeigt als Motiv die Industriewerke Mährisch-Ostrauund die 5, 10 und 20 Kronen zeigt in den Farben schwarzopalgrün, schwärzlich ultramarin und in orangebraun als Motiv Prag mit der Karlsbrücke, der Burg von Prag und dem St.-Veits Dom. Auf folgendem Bild sind die Briefmarken-Ausgaben der Michel Nummer 20 - 37 von 1939 dargestellt.

1939-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-20-34
1939-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-35-37

Auf diesem Bild ist der Briefmarke-Satz Böhmen und Mähren Michel Nummer 20 - 37 zu sehen

Frei- und Sonderbriefmarken Böhmen und Mähren mit Bezug zu NS Propaganda

Wie schon zuvor beschrieben hielt sich der propagandistische Bezug zum Nationalsozialismus bezogen auf die Motivauswahl bei den Briefmarken aus dem Protektorat Böhmen und Mähren gegenüber den Ausgaben der Briefmarken des Deutschen Reiches in Grenzen. Es folgten bei den Motiven viele Bauwerke, Persönlichkeiten und Pflanzen. Auf folgendem Bild ist die Michel Nummer 37 mit der Nominale 20 Kronen oder 2 Reichsmark Briefmarke mit einem Motiv aus Prag zu sehen:

1939-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-37

Am 20. November 1940 und Anfang 1941 wurden 7 Briefmarken mit einer Nominale von 50 Heller bis 20 Kronen verausgabt. Die Briefmarken mit 50 Heller zeigt als Motiv den bekannten Lindenzweig mit Früchten. Damit sind die Heller Werte abgeschlossen. Es folgen die Kronenwerte mit 2 Kronen mit Motiv Schloss Pardubitz, 5 Kronen zeigt als Motiv die Lainsitzbrücke mit Bechin im Hintergrund, die 6 Kronen Briefmarke zeigt als Motiv den Samson Brunnen und das Rathaus in Budweis, die 8 Kronen Briefmarke zeigt als Motiv die Ansicht von Kremsier, die 10 Kronen Briefmarke zeigt als Motiv die Sala Terrenna im Waldstein- (Wallenstein-) Palais und die 20 Kronen Briefmarke zeigt in der Farbe schwärzlich graubraun als Motiv Prag mit der Karlsbrücke, der Burg von Prag und dem St.-Veits Dom. Diese Briefmarke Ausgabe ist von der Druckausführung, von der Motivauswahl und der Ausführung der Grafik für damalige Verhältnisse als besonders schön und anspruchsvoll zu bewerten. Es zeigt ein modernes und hochindustriealisiertes Land mit einem hohen Kulturaufkommen. Die dargestellten Motive bei den Briefmarken Ausgabe aus Böhmen und Mähren sind weit weg von den Nazis im Deutschen Reich propagierten Untermenschentum und Rassegedanken. Weit weg von der Lehre und verbreiteten Ansicht, dass nur deutsche Kunst und Ingenieurskunst der Welt in allem voraus sind. Auf folgendem Bild sind die Briefmarken-Ausgaben der Michel Nummer 55 - 61 von 1940/41 dargestellt.

1940-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-55-61

Unterstützt wird die zuvor aufgeführte These, dass die Tschechei auch unter den Deutschen besetzt, ein modernes und hochindustrialisiertes Land gewesen ist. Mit der Verausgabung der Briefmarken am 7. September zur Prager Messe mit der Michel Nummer 75 - 78 wird das Protektorat Böhmen und Mähren mit einer landwirtschaftlichen Kompetenz sowie Hoch Industrie Kompetenz dargestellt. Es wurden 4 Briefmarkenwerte verausgabt. Die Briefmarkenwerte zu 30 Heller und 60 Heller zeigen unter dem Titel Landwirtschaft ein Ochsengespann. Die Briefmarken-Werte zu 1,20 und 2,50 Kronen zeigen unter dem Titel Industrie einen für damalige Verhältnisse modernen Hochofen der zur Eisenschmelze genutzt wurde. Die Prager Messe von 1941 fand vom 7 bis 14. September 1941 in Prag statt. Hierzu gab es ein Gedenkblatt mit unterschiedlichen Briefmarken-Werten. Wichtiger als das Gedenkblatt zur Prager Messe ist der dazugehörende Sonderstempel. Die Aussage des Briefmarken Sonderstempel "Die Post in Verkehr und Technik" mit dem modern anmutenden Gebäude im Zentrum des Stempels nimmt in keiner Weise Bezug zum Nationalismus. Noch nimmt er Bezug zur Besetzung des Protektorats durch die Deutschen. Der Prägedruckstempel versehen mit einem Wappen und Posthorn im Papier des Gedenkblattes soll die technische Errungenschaft der Tschechen dokumentieren. Solche farblosen Prägestempel massentauglich herzustellen war damals eine Herausforderung. Solch ein Prägestempel zeugt vom Können der Drucker sowie von einem Bestand hochmoderner Druckmaschinen. Folgende Bilder zeigen die Briefmarken zur Prager Messe 1941 mit der Michel Nummer 75 - 78 und darunter den zur Ausstellung gehörenden Sonderstempel.

1941-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-75-78-Prager-Messe
1941-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-75-78-Prager-Messe-Sonderstempel

Erst ab dem 29. Juni 1940 nahm die Motivgestaltung leichten Bezug zum NS-Regime. Mit der Michel Nummer 53 - 54 für Briefmarken Böhmen und Mähren wurden zwei Sonderbriefmarken zu 60 H + Zuschlag 40 H und 1,20 Kronen + Zuschlag 80 Heller mit Spende für das Deutsche rote Kreuz verausgabt. Das Motiv zeigt eine Krankenschwester mit einem Verwundeten. In dieser Briefmarken Ausgabe wurde das deutsche rote Kreuz für das Nazi-Regime instrumentalisiert indem das Hakenkreuz nebst Reichsadler in einem Zierfeld neben der Briefmarke dargestellt wurde. Es war nicht zwingend notwendig Briefe oder Postkarten mit diesem Zierfeld frei zu machen. Es reichte zur Freimachung die reine Briefmarke. Beim Sammeln der Briefmarken aus Böhmen und Mähren ist zu beachten, dass bei ca. 10 Briefmarken-Ausgaben Zierfelder hinzu gesammelt werden können. Diese Briefmarken wurden in Bogen gedruckt so dass es unterschiedliche Anordnungen von Zierfeldern sowie Kombinationen mit der Sonderbriefmarke der Briefmarken-Ausgabe gibt. Bei den Briefmarken Ausgaben aus Böhmen und Mähren finden sich auch zu den einzelnen Briefmarken Leerfelder. Diese Leerfelder mit Briefmarken aus unterschiedlichen Briefmarken Bogenkombinationen werden gerne gesammelt. Im Michel Katalog Deutschland Spezial werden die wichtigsten Kombinationen bewertet. Für Briefmarken aus Böhmen und Mähren gibt es interessante Katalog die sich mit Sonderheiten und Plattenfehler dieses Sammelgebietes beschäftigen. Folgendes Bild zeigt die Michel Nummer 53-54 mit verschiedenen Zierfeld-Kombinationen:

1940-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-53-54-Rotes-Kreuz

Freimarke Böhmen und Mähren Briefmarken Deutsches Reich Michel Nummer 142 - 1945 Letzte Briefmarke 4,2 K mit Konterfei Adolf Hitler

Erst zum 20 April 1942 wurden 4 Briefmarken mit der Michel Nummer 85 - 88 mit dem Abbild von Adolf Hitler versehen. Auf folgendem Bild sind diese 4 Briefmarken mit der Briefmarken Böhmen und Mähren Michel Nummer 85 - 88 abgebildet. Diese Briefmarkenausgabe verausgabt zum 53. Geburtstag des Diktators zeigt viermal das gleiche Motiv: Adolf Hitler am Rednerpult. Nach Ansicht des Verfassers war dies ein Versuch der NS Führung über die Briefmarke als preiswerte Propagandaträger die Tschechen an die Vorgänge im Deutschen Reich anzugleichen. Seit der Machtübernahme der Nazis 1933 wurde jedes Jahr der Geburtstag des Führer Adolf Hitler aufwendig zelebriert. Ab 1937 bis 1944 wurde unter anderem jedes Jahr zum Geburtstag von Adolf Hitler eine Sonder-Briefmarken-Ausgabe verausgabt. In Böhmen und Mähren wurde diese Praxis wie im Deutschen Reich zu Adolf Hitlers Geburtstag Briefmarken zu verausgaben von 1942 - 1944 übernommen. Folgendes Bild zeigen 4 Briefmarken aus  Böhmen und Mähren mit der Michel Nummer 85 - 88:

1942-Briefmarken-Boehmen-und-Maehren-Michel-85-86-Adolf-Hitler

 

Dem folgten eine Freimarkenserie ab dem 1. Juli 1942 Michel Nummer 89-110 mit dem Konterfei von Adolf Hitler. Zum 20 April 1943 wurden 2 Briefmarken mit der Michel Nummer 126 - 127 mit dem Abbild von Adolf Hitler versehen. Zum 20 April 1944 wurden 2 Briefmarken mit der Michel Nummer 136 - 137 zum 55. Geburtstag von Adolf Hitler mit dem Abbild von Adolf Hitler versehen. Die letzte verausgabte Freimarke von Böhmen und Mähren vom 1. Februar 1945 mit der Michel Nummer 142 trägt das Konterfei von Adolf Hitler. Das ist übrigens die letzte Briefmarke die überhaupt mit einem Bildnis von Adolf Hitler heraus gegeben wurde. Die letzte Briefmarke des Deutschen Reiches mit einem Motiv und Abbild von Adolf Hitler ist die Briefmarken Deutsches Reich Katalog Nummer 887. Zum 55. Geburtstag von Adolf Hitler wurde am 14. April 1944 eine 54 + 96 Rpfg Sonderbriefmarke von der Reichspost verausgabt. Im folgendem Bild die letzte verausgabte Briefmarke mit dem Konterfei von Adolf Hitler:

Boehmen-und-Maehren-Freimarke-Hitler-1945

Bei der Briefmarken-Ausgabe von Böhmen und Mähren folgen noch folgende Ausgaben:

Dienstmarken Böhmen und Mähren Briefmarken Deutsches Reich Michel Nummer 1 - 25

Porto Marken Böhmen und Mähren Briefmarken Deutsches Reich Michel Nummer 1 - 15

Boehmen-und-Maehren-Dienstmarken-Portomarken

Zulassungsmarke Getto Theresienstadt

01-Boehmen-und-Maehren-Zulassungsmarke-Theresienstadt

Am 10. Juli 1943 wurde eine Zulassungsmarke verausgabt. Sie sollte als Zulassungsmarke für Pakete vom Protektorat Böhmen und Mähren nach dem Ghetto Theresienstadt dienen. Pakete an Insassen des Ghetto Theresienstadt wurden nur zugestellt, wenn diese Zulassungsmarke auf dem Paket selbst geklebt war. Der Erhalt solch einer Marke war sehr kompliziert. Der Paketempfänger konnte in Prag beim Judenrat einen Antrag stellen, dass diese Marke einem vom Antragsteller genannten Paketabsender zugeteilt wurde. Echt gestempelte Stücke ohne Beschädigungen kommen so gut wie nicht vor. Es gibt eine Menge an Fälschungen von dieser Briefmarke im gestempelten und postfrischem Zustand. Unter anderem aus diesem Grunde haben wir diese Briefmarke nicht im Angebot.

Das Ghetto Theresienstadt wurde in Böhmen und Mähren durch die deutschen Besatzer im November 1941 in der Garnisonsstadt von Theresienstadt eingerichtet. Es war als Sammellager Teil des nationalsozialistischen Systems der Konzentrationslager. Die Bezeichnung „Ghetto“ verschleierte den Zweck des Lagers. Etwa 33.000 Gefangene starben im Ghetto Theresienstadt. Das war ein Viertel der Lagerinsassen. In etwa wurden 88.000 Häftlinge (die genauen Zahlen lassen sich schwer ermitteln - Es wurden eher mehr Menschen als weniger von 88.000 Menschen) nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager wie Treblinka, Majdanek oder Sobibor deportiert. Von diesen Menschen überlebten nur ca. 4.000 Menschen den Krieg. Unter den Toten waren auch viele tausend Kinder.

Theresienstadt hatte als Konzentrationslager eine Sonderstellung bei den Nazis. Theresienstadt diente es als „Vorzeige- und Altersghetto“. Die Behandlung der Häftlinge in Theresienstadt war im Vergleich mit anderen Konzentrationslagern nicht zu vergleichen. Obwohl die Menschen dort besser behandelt wurden als in anderen Lagern oder Ghettos blieb es das, für das die Nazis das Lager gegründet hatten. Ein Lager in dem unschuldige Menschen umkamen. In der Wannsee-Konferenz vom Januar 1942 geleitet von Heydrich der wie wir erfahren haben Böhmen und Mähren regierte wurde die Garnisonsstadt Theresienstadt als Altersghetto für prominente und alte Juden aus Europa vorgesehen. Diese Menschen wurden gezwungen ihren Wohnraum zu kaufen. Einen großen Teil der Gefangenen in Theresienstadt stellten jüdische Familien, die aus Böhmen und Mähren deportiert worden waren. Am 26. Februar wurde mit einer Dokumentation über Theresienstadt als Vorzeigestadt für jüdisches Siedlungsgebiet begonnen. Der Film wurde auch bekannt unter dem Vers: "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt". Hier handelte es sich im Lügen und Propaganda.

Um den September 1944 verbot Himmler die Vernichtung der Juden. Dieser Befehl wurde von vielen Lagerkommandanten missachtet. Als die Alliierten am 6. Juni 1944 erfolgreich in der Normandie landeten war Himmler klar, dass der Krieg nicht zu gewinnen sei. Himmler sah in den Juden eine Art Faustpfand mit der er sich hoffte seine eigene Unversehrtheit zu erkaufen. Himmler zog ernsthaft in Erwägung die Rettung und Freilassung von einer Million Juden im Tausch gegen 10.000 Lastkraftwagen zu vollziehen. Kurz vor Kriegsende gelang es dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz nach langen Verhandlungen mit der SS und Himmler, Juden aus Theresienstadt in neutrale Länder zu bringen. 1.200 Juden konnten am 6. Februar 1945 in die Schweiz ausreisen. Am 15. April wurden die bis dahin überlebenden dänischen Juden im Rahmen der Rettungsaktion der Weißen Busse nach Schweden entlassen. Für knapp zwei Wochen übergab die SS die Verantwortung für Theresienstadt dem Roten Kreuz.

Am 8. Mai 1945 befreite die Rote Armee das Ghetto Theresienstadt

Hintergründe zu Briefmarken Böhmen und Mähren sowie der Heydrich Briefmarken Ausgabe Michel Nummer 131:

Traurige Berühmtheit und Weltaufmerksamkeit erhielt Böhmen und Mähren durch den Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich. Mit der Briefmarken Deutsches Reich Böhmen und Mähren Michel Ausgabe Nummer 131 wurde am 26. Mai 1943 zum 1. Todestag eine Gedenk-Briefmarke für Reinhard Heydrich herausgegeben. Es gab hier auch einen Heydrich Block I, ein Gedenkblatt und Geschenk-Heft. Diese Briefmarke mit der Totenmaske von Heydrich ist in folgendem Bild zu sehen.

 

01-Boehmen-und-Maehren-Heydrich

Wie kam es zu einer Briefmarken Gedenkausgabe für Reinhard Heydrich?

Reinhard Heydrich wurde am 07.3.1904 in Halle an der Saale geboren. Am 1. Juni 1931 trat er in die NSDAP ein. Einen Monat später, am 14. Juli trat Heydrich als SS-Untersturmführer in die SS (SS-Nr. 10.120) ein. Himmler war beeindruckt von dem arisch aussehenden Heydrich und beauftragte ihn 1931 mit dem Aufbau der Organisation, die den Namen „Sicherheitsdienst“ (SD) erhielt. Sehr schnell machte sich der fleißige und begabte Heydrich bei Himmler unentbehrlich. Heydrich erreichte bei der SS die Stellung eines SS-Obergruppenführer und General der Polizei und leitete ab 1939 das Reichssicherheitshauptamts (RSHA). Am 27. September 1941 wurde Heydrich zum Stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ernannt. Von Neurath zuvor Reichsprotektor blieb formell Reichsprotektor. Er wurde beurlaubt oder besser geschrieben kaltgestellt. Und Heydrich regierte in der Prager Burg fortan wie ein König. Heydrich blieb Chef des RSH, dem Reichssicherheitshauptamt und war immer noch für die Endlösung der Judenfrage zuständig. Heydrich wurde bei den NS Größen als fähigster Nazi und Nachfolger für Adolf Hitler gehandelt.

Heydrich erwarb sich durch die brutale Verfolgung des Widerstandes gegen das NS-Kritiker seinen Ruf als „Schlächter von Prag“. Und Heydrich wurde bekannt als Leiter der Wannseekonferenz welche die "Endlösung und Ausrottung der Juden in ganz Europa" beschlossen hatte. Diese Besprechung berief Heydrich am 20 Januar 1942 in einer Villa am Wannsee nachdem er am 31. Juli von Hermann Göring den Befehl zur Lösung der "Judenfrage" bekam.

Heydrich war nicht gegenüber allen Tschechen und Menschen nur der brutale Schlächter. Und das machte Heydrich so gefährlich. Er war eine sehr zwiespältige Persönlichkeit. Er spielte Geige und konnte beim Hören klassischer Musik auch mal Tränen vergießen. Lange Zeit konnte man solche Dinge über NS Verbrecher nicht schreiben. Darüber zu berichten soll zeigen, dass Täter aus einer kultivierten Umgebung zu schrecklichsten Taten fähig ist. Heydrich war ein Massenmörder, ein Technokrat und Mörder am Schreibtisch. In Böhmen und Mähren hatte Heydrich ein Interesse daran die Wirtschaftsfähigkeit und Rüstungsindustrie der Tschechen auszubeuten. Immerhin bauten die Tschechen vor der Deutschen Okkupation unter anderem damals eine guten, technisch zuverlässigen und modernen Panzer. Dieser Panzer, den die Deutschen als den Panzerkampfwagen 38 t. in die Wehrmacht übernahmen, wurde nach der Deutschen Besetzung in Tschechien weiter produziert. Heidrich gab seinen "Arbeitern" gut zu essen. Er verbesserte die Sozialversicherungen und Sozialleistungen für Arbeiter und ließ Rüstungsarbeiter in Luxus Hotels ausspannen. Das brachte ihm eine gewisse Beliebtheit bei den Tschechen ein so dass Heidrich von seinen "Tschechen" gesprochen hatte. Er sah sich aus diesem Grunde in Tschechien oder Böhmen und Mähren nicht in Gefahr und ließ aufgrund dessen keine Sicherheitsmaßnahmen für sich einrichten. Er dachte nie im Leben daran, dass seine "Tschechen" ihm etwas antun würden. Es war dann auch eher die Exilregierung der Tschechen in London im Verbund mit den Briten, die Heydrich per Attentat aus dem Leben entfernen wollten bevor die tschechische Bevölkerung weiter in den Sumpf der Kollaboration mit den Deutschen rutschte.

Heydrich fuhr von seinem Wohnort zum Regieren immer in einem offenen Wagen. Hier wurde Heidrich am 27. Mai 1942 durch ein in der sogenannten Operation Anthropoid durch ein Attentat schwer verwundet. Eine von einem Attentäter auf Heydrich abgeworfene Granate explodierte vor dem Wagen. Heydrich starb nicht sofort, sondern schien erst mal leicht verwundet. Er lieferte sich eine wilde Schießerei mit den Attentätern. Er ließ seine Wunden nicht gleich behandeln. Am 4. Juni 1942 starb Heidrich an den Folgen des Attentates. Teile der Polsterung seines Wagens waren bei der Granatenexplosion in seinen Körper eingedrungen und hatten dort zu schweren Infektionen geführt. Da die Deutschen kein Penicillin hatten ist Heidrich elendig gestorben.

Böhmen und Mähren, also das Reichsprotektorat, erlebten eine erneute Terrorwelle durch die Nationalsozialisten. Dies war die Rache der SS und Hitlers für Heidrichs Tod. 10.000 unschuldige Tschechen wurden festgenommen und davon wurden über 1300 unschuldige Menschen grausam getötet. Diese Zeit wird von den Tschechen die Heydrichiáda (dt. „Heydrichiade“) genannt. Besonders bekannt wurden die Massaker von Lidice (Liditz) am 10. Juni 1942 und von Ležáky am 24. Juni 1942. Die SS und Polizei zerstörte dabei ganze Ortschaften und ermordete nahezu alle männlichen Einwohner. Die Frauen und Kinder wurden in Konzentrationslager eingeliefert. Am 3. Juli 1942 wurde der Ausnahmezustand aufgehoben, die Standgerichte zur Aburteilung verdächtiger Personen blieben jedoch weiterhin auf unbestimmte Zeit im Amt. Das Protektorat wurde weiter gezwungen, einen großen Beitrag zur deutschen Kriegswirtschaft zu verrichten. Die gut ausgebildete Arbeiterschaft und hochentwickelte Industrie konnte von Deutschland ausgenutzt werden. Böhmen und Mähren lag lange Zeit außer der Reichweite Alliierter Bomber so das unter anderem die Rüstungsindustrie für das Deutsche Reich weiter produzieren konnte. Die Kinderlandverschickung von Berlin oder Hamburg nach Böhmen und Mähren spielte hier ebenso eine wichtige Rolle. 

Erst am 9. Mai 1945 marschierten die sowjetischen Truppen in Prag ein und setzen somit dem NS-Spuk ein Ende.

Briefmarken von Böhmen und Mähren - Ein interessantes Nebengebiet der Briefmarken Deutsches Reich

Die Briefmarken des Protektorats Böhmen & Mähren aus dem Sammelgebiet Briefmarken Deutsches Reich zählen mit den seltenen und raren ersten Briefmarken mit Aufdruck (Michel Nummer 1-19) im postfrischen Zustand zu den beliebtesten Sammelgebieten des Deutschen Reiches. Die Tschechei war damals ein hochindustrialisierter Staat. Dies spiegelt sich wieder in der Güte, Grafik, Motivauswahl und Ausführung der Briefmarken aus Böhmen und Mähren. Sie stehen den Briefmarken aus dem Deutschen Reich in nichts nach.

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Die Abbildung und Darstellung von NS-Symbolen dient ausschließlich historisch-wissenschaftlichen und in keiner Weise propagandistischen Zwecken 
(§ 86, 86a StGB).