Briefmarke Deutsches Reich Mi. Nr. 909 - 910 U SA und SS ** geprüft


Briefmarke Deutsches Reich Mi. Nr. 909 - 910 U SA und SS ** geprüft

Artikel-Nr.: 04-909-01

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Briefmarkensatz Michel Nummer 909-910 U geschnitten postfrisch geprüft Schlegel D

Motiv: Parteiorganisationen der SA und SS

Wasserzeichen: Keines

Erhaltung:  Postfrisch

Offizieller Ausgabetag: 21.4.1945

Frankatur: 12 + 38 Rpf + 12 + 38 Rpf

Gültigkeit: Bis zum 8.5.1945 - Ab da verloren alle Briefmarken des Reiches ihre Gültigkeit

Experten Geprüft: D. Schlegel BPP

Reichsdruckerei: Wien

Besonderheit: Die ungeschnittenen Briefmarken der MiNr. 909-910 U bestehen aus Beständen der Reichsdruckerei Wien, welche später den Weg in den Handel fanden. Briefmarken sind Zeitzeugnisse. Besonders die Briefmarken aus dem Nazi-Deutschen-Reich sind gefüllt mit NS-Propaganda. Die letzten Briefmarken des Nazi-Regimes mit der MiNr. 909-910 sind mit einer grausamen Botschaft des bevorstehenden Unterganges gespickt. Bewusst oder unbewusst hat das Nazi-Regime diese Briefmarken in der Farbe Blutrot gehalten. Blutrot als Symbol für fast 60 millionenfach vergossene Blut. Blutrot als Symbol für die Glut der Brände, welche die unzähligen Bombenangriffe auf Städte der Alliierten und zum Schluss des Krieges besonders die deutschen Städte über sich ergehen haben lassen müssen. Blutrot für die millionenfachen Morde an unschuldige Menschen, Juden, Zigeuner, Andersdenkende, unheilbar Kranke und politische andersdenkende. Besonders der Osten Europas litt schrecklich unter der Vernichtungspolitik des NS-Regimes. All dies geschah nur für eine verbrecherische Vernichtungsideologie. Im April 1945, zur Zeit der Verausgabung richtete sich der Vernichtungsdrang auch gegen das deutsche Volk. Mit seinem berüchtigten ab 1957 genannten Nero Befehl beruhend auf den 15. März 1945 ließ Adolf Hitler alles was das deutsche Volk zum Überleben gebraucht hätte zerstören. Der Befehl lautete folgendermaßen:

Der Kampf um die Existenz unseres Volkes zwingt auch innerhalb des Reichsgebietes zur Ausnutzung aller Mittel, die die Kampfkraft unseres Feindes schwächen und sein weiteres Vordringen behindern. Alle Möglichkeiten, der Schlagkraft des Feindes unmittelbar oder mittelbar den nachhaltigsten Schaden zuzufügen müssen ausgenutzt werden. Es ist ein Irrtum zu glauben, nicht zerstörte oder nur kurzfristig gelähmte Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen bei der Rückgewinnung verlorener Gebiete für eigene Zwecke wieder in Betrieb nehmen zu können. Der Feind wird bei seinem Rückzug uns nur eine verbrannte Erde zurücklassen und jede Rücksichtnahme auf die Bevölkerung fallen lassen. Ich befehle daher:

1) Alle militärischen, Verkehrs-, Nachrichten-, Industrie- und Versorgungsanlagen sowie Sachwerte innerhalb des Reichsgebietes, die sich der Feind für die Fortsetzung seines Kampfes irgendwie sofort oder in absehbarer Zeit nutzbar machen kann, sind zu zerstören.

2) Verantwortlich für die Durchführung dieser Zerstörung sind die militärischen Kommandobehörden für alle militärischen Objekte einschließlich der Verkehrs- und Nachrichtenanlagen, die Gauleiter und Reichsverteidigungskommissare für alle Industrie- und Versorgungsanlagen sowie sonstige Sachwerte; den Gauleitern und Reichsverteidigungskommissaren ist bei der Durchführung ihrer Aufgabe durch die Truppe die notwendige Hilfe zu leisten.

3) Dieser Befehl ist schnellstens allen Truppenführern bekanntzugeben, entgegenstehende Weisungen sind ungültig.

Die Taktik der totalen Vernichtung, welche die Deutsche-Wehrmacht besonders im Osten ausgeübt hatte, sollte nun über das Deutsche-Volk ergehen. Die NSDAP hatte zum Ende des Krieges das Vertrauen und auch die Übersicht über die Bevölkerung verloren. Und diese Einstellung wird auch in den letzten Briefmarken des Deutschen Reiches der MiNr. 909-910 wiedergegeben. Sie bezieht sich in der Auswahl der Motive auf die Parteiorganisationen der SA und SS. Das Regime zog sich im Untergang tatsächlich auch auf diese verbrecherischen Nazi-Institutionen zurück. In ihnen sah das Regime den letzten Halt. Doch auch die Mehrzahl der höheren NSDAP Mitglieder, die Mitglieder der höheren SA und fast alle Mitglieder der SS waren mit dem Tode bedroht. Sie alle wussten, dass sie sich schwerster Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hatten. Und dass ihnen von den Alliierten ein Kriegsverbrecher-Prozess und die Todesstrafe drohte. Viele wussten, dass sie bei einer unmittelbaren Gefangennahme sofort erschossen würden.

Diese Angst vor den Konsequenzen spiegelte sich in der hohen Selbstmordrate besonders in der Reichshauptstadt Berlin wieder. Denn nirgendwo im Deutschen-Reich fanden sich so viele Nazi Bonzen wie in der Reichshauptstadt Berlin. Die Mehrzahl von Ihnen war zum Ende des Krieges dienstverpflichtet und angewiesen ihre Dienststellen nicht zu verlassen. Wer floh oder versuchte seine Familie in Sicherheit zu bringen, der wurde wegen Defätismus zum Tode verurteilt. Selbst hohe Parteifunktionäre oder Funktionäre der SS waren betroffen und kamen durch die Untergangs- und Vernichtungspolitik des NS-Regimes zu Tode. Nur wer, einen besonderen Versetzungsbefehl vom Führer selbst hatte, konnte im April 1945 die Reichshauptstadt verlassen. Alle anderen mussten bis zum Ende an den Endsieg glauben und danach handeln.

Banken und Poststellen waren bis zum Schluss besetzt. Selbst wenn die Arbeit in den Kellern der zerstörten Gebäude weiterging. Viele Behörden, Banken und Poststellen hatten sowieso Notstellen in Keller, Bunker oder Stollen eingerichtet. Bei Luftangriffen verbrachte regelmäßig der Postschutz wichtige Gerätschaften und alles was zum Postdienst gehört in den Keller. Zerstörte Poststellen wurden durch besondere Teams wieder in den Dienstbetrieb gesetzt. Jede Poststelle war verpflichtet der anderen Poststelle bei Bedarf zu helfen. Wer von der Poststelle wo er beschäftigt war floh oder wer nicht ohne wichtigen Grund zur Arbeit erschien war ein Defätist. Jemand, der nicht mehr an den Endsieg glaubte war des Todes. Beamte waren angehalten als Vorbild zu dienen. Angst zeigen und in Panik zu geraten war strengstens verboten. Außerdem versuchten die Mitarbeiter ihre Dienststellen auch bei der Reichspost vor Plünderungen zu bewahren oder vor dem von Adolf Hitler ausgegebenen Nero Vernichtungsbefehl zu bewahren. 

Damals bei der Reichspost, war jeder Postbedienstete Beamter. Außerdem gab es einen militärischen Pfad der Reichspost. Der Postschutz und der Postluftschutz der Reichspost diente unter anderem dazu die Gebäude der Reichspost zu beschützen. Und er diente dazu den Postbetrieb so lange wie möglich und mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten.

Die Bedeutung und Nutzung der Reichspost kommt der Bedeutung des heutigen Smartphones gleich.

Zuguterletzt bestand im Deutschen Reich und besonders bei der Reichspost und den Banken Arbeits- und Dienstpflicht. Man darf nicht ausser Acht lassen, dass die meisten Beschäftigten bei der Reichspost oder den Banken nicht mehr kriegsverwendungsfähig waren. Oder es waren Frauen oder Hitlerjungen. Um dem Makel des Drückebergers zu entgehen, waren diese Beschäftigten besonders diensteifrig. Und bis zum 29. April 1945 wurden den Berliner auch per Zeitung "Panzerbär" oder Verlautbarungen sowie öffentliche Anschläge eingehämmert, dass die Entsetzung der Stadt durch von außen vordringende Deutsche-Truppen unmittelbar bevorstünde und dass der Endsieg nahe sei. Und dass man gefälligst ohne Wenn und Aber oder Murren auszuharren hätte. Jeder Postbeamte, welcher nicht zum Dienst erschien

  • riskierte sein Leben
  • erhielt keine Gehaltszahlung
  • und erhielt auf jeden Fall einen Eintrag wegen Bummelei in seine Akte
  • riskierte seinen Job als Beamter

Kein Postbeamter war erpicht darauf sich all diese Probleme einzuheimsen. Wenn auch alles zusammenbrach in den letzten Tagen des Deutschen-Reiches im April und Mai 1945. Die staatlichen und parteiamtlichen Dienststellen versahen ihre Aufgaben bis zum Schluss. Bis zum Schluss regierte die Regierung Dönitz noch ca. 23 Tage nach der Kapitulation nach Dienstanweisungen des NS-Unrechts-Regimes. Noch nach der Kapitulation vom 9. Mai 1945 wurden Deutsche-Soldaten hingerichtet. Nach Gesetzen und Richtlinen des Unrechtsregimes. Sehr, sehr viele Menschen können sich heute nicht mehr vorstellen wie es damals war.

Man darf nicht außer Acht lassen, dass der Telefonverkehr und selbst der Rohrpostverkehr bis zum Schluss des Krieges funktionierte. Die Nazi Schergen im Bunker der Reichskanzlei betrieben Frontstellenverlaufsforschung indem sie in Berlin herumtelefonierten. War der Russe daran, dann wusste man Bescheid wo der Russe war. Auch das Ein- und Auszahlen von Geld sowie das Aufnehmen von Zahlungsanweisungen spielten im April 1945 im gesamten unbesetzten Deutschen Reich eine sehr große Rolle. Vielleicht schrieb man etwas weniger. Doch Geld abholen oder Geld verschieben war zum Ende des Krieges besonders populär. Es besteht somit keine Zweifel, dass Postämter in Berlin aus den zuvor genannten Gründen bis ganz kurz vor Schluss funktionierten.

Die ihrer in der Farbe blutrot gedruckten Briefmarken der 909-910 stehen in der Endbetrachtung für das Untergehen des Nazi-Regimes selbst. In der Reichshauptstadt sprach man von einer nie dagewesenen Selbstmordepidemie. Über 7.000 Menschen und noch mehr vermutet nahmen sich sogar mit ihren Familien das Leben. Und das, weil es in Berlin die meisten Nazi-Bonzen gab. Selbst die SS in Berlin kämpfte mehr aus Verzweiflung als aus anderen Gründen. Sehr viele SS-Soldaten fanden bei Gefangennahme durch die Russen den sofortigen Tod. Adolf Hitler ließ sich und seine frisch anvertraute Eva Hitler in einer Art blutroten Wikinger-Beerdigung im Garten der Reichskanzlei verbrennen.

Wer von den Russen unmittelbar nach der Besetzung mit NS-Material oder den 909-910 Briefmarken der Parteiformationen der SA und SS angetroffen wurde, der riskierte auch auf der Stelle erschossen zu werden. Der einfache Russe konnte nicht unterscheiden ob das Parteigebühren Briefmarken oder normale Briefmarken gewesen sind. Selbst die von Zeitzeugen erwähnten Aussagen, dass man nach dem Kriege nach diesen Ausgaben nachgeforscht hätte ist vom Resultat her schwer zu beurteilen. Denn wer hätte nach dem Krieg zugegeben, dass er mit derben Briefmarken einer Verbrecherorganisation Kontakt hatte? Der normale Menschenverstand gibt hier Antwort. Niemand hätte nach dem Krieg oder ein paar Jahre nach dem Krieg das freiwillig zugegeben. Denn alle hätten Repressalien zu befürchten gehabt. Die erste Zeit nach dem Krieg war der Handel mit Briefmarken des NS-Regimes verboten. Später, als der Briefmarkenhandel mit diesen Briefmarken wieder erlaubt war, war die Abbildung der Briefmarken aus dem Nazi-Regim nicht erlaubt. Das zeigt wie sensibel die Betrachtung um die SA und SS Briefmarken der MiNr. 909-910 ist und war.

Fazit: Die MiNr. 909-910 sind Zeitzeugnisse des verbrecherischen und untergehenden Nazi-Regimes. Sie waren offiziell zur Verausgabung geplant. Im Amtsblatt des Reichspostministeriums vom 30. Januar ist diese Verfügung bekannt gegeben. Und sie sind dort mit der Volkssturm-Briefmarke (MiNr. 908) und NSKK sowie NSKF sogar in gezähnter Form abgebildet. Also existierten hierzu auch die Druckformen und Probedrucke. Die Probedrucke der 909-910 werden im Michel Spezial 2014 mit 600,- € für ungebraucht angegeben. Der niedrige Katalogwert ist ein Zeichen dafür, dass es recht viele Probedrucke gibt. Der Probedruck der NSKK und NSKF Briefmarken der MiNr. X und XI werden mit 80.000,- € angeben. Es sollen hier nur ca. 16 bis 18 Sätze weltweit bestehen. 

Diese Briefmarken sind Zeitzeugnisse einer uns heute sehr schwer erschließbaren Zeit und werfen Fragen um den Zeitpunkt ihrer Entstehung und Verausgabung auf. Sie sind eine philatelistische Dokumentation dafür, wie ein Unrechtsregime entsteht und buchstäblich in Flammen untergeht. Unter der Beachtung des historischen Kontextes gehören sie in jede Briefmarken-Sammlung des Deutschen Reiches.

Achten Sie bitte beim Kauf gerade dieser Briefmarken auf die Gefahr der Fälschung und Fälschung bei Prüfzeichen und Attesten/Befunden (Quelle Michel Spezial 2014). Unsere Briefmarken sind wenn nicht anders gekennzeichnet echt

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