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Ganzsachen Deutsches Reich

Deutsches Reich Ganzsachen

Deutsches Reich Ganzsachen

Die Ganzsache im Deutschen Reich fand ihre Anwendung zuerst auf Umschlägen mit einem Wertestempel. Die aufgedruckte Währung auf dem Wertestempel und Herstellungskosten musste der Käufer im Voraus am Schalter der Reichspost bezahlen. Ähnlich wie bei der Briefmarke musste der Käufer die Beförderung eines Umschlages, Streifenbandes oder Postkarte im Voraus bezahlen. Die Reichspost kam hier dem Bedürfnis des Kunden entgegen mal eben schnell einen Brief oder eine Postkarte zur Hand zu haben und durch die Reichspost befördern zu lassen. Ganzsachen erfreuten sich im Deutschen Reich somit großer Akzeptanz und Beliebtheit. Die Ganzsache in sich war vom Produkt her gesehen nicht teuer. Sie war einfach und bequem. Mit der Zeit erkannten Firmen die Möglichkeit die Ganzsache zu Werbezwecken zu nutzen. Um die Jahrhundertwende begann man der Ganzsache auch aus Sicht des Deutschen Reich eine andere Bedeutung zu kommen zu lassen. In der Weimarer Republik entschloss man sich auf Ganzsachen im Postkartenformat die ersten Bilder aufzubringen. Und ab 1933 bis 1945 instrumentalisierten die Nationalsozialisten die Ganzsache als Propagandaträger und zur Verherrlichung von Adolf Hitler. Mit politischer Propaganda auf Ganzsachen war am 8. Mai mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches Schluss. Ganzsachen wurden jedoch thematisch gesehen anders als im Dritten Reich von den beiden folgenden Nachfolgern des Deutschen Reich weiter produziert. Bis heute werden Ganzsachen von der Deutschen Bundespost ausgegeben.

Was macht eine Ganzsache im Deutschen Reich aus?

Der Wertestempel ist das Hauptmerkmal der eine Ganzsache ausmacht. Der Wertestempel auf einer Ganzsache ist die genaue Kopie der im Handel erhältlichen Briefmarken jedoch ohne jegliche Zähnung. Ganzsachen im Deutschen Reich unterscheiden sich deshalb im Michel Ganzsachen Katalog

  • mit U für Umschlag
  • Mit GAA Ganzsachenausschnitte
  • Mit S für Streifbänder
  • mit P für die Ganzsachen Postkarte
  • mit IAS für internationale Antwortscheine
  • RP für Rohrpostkarte

Ganzsachen gab es schon in Bayern, Hannover, Helgoland, Lübeck, Mecklenburg Vorpommern, Mecklenburg Strelitz, Oldenburg, Preußen, Sachsen, Thurn und Taxis, Würtemberg und im Norddeutschen Postbezirk. 

Die ersten Ganzsachen im Deutschen Reich U 1 und U 2!

Die ersten Ganzsachen des Deutschen Reiches, die U 1 mit Wertestempel 1 Groschen und die Ganzsache U 2 mit Wertestempel 3 Kreuzer wurden 1872 von der Reichspost verausgabt. Sie trugen das gleiche Motiv der kleinen Brustschild Briefmarken. Ganzsachen - Umschläge wurden zum Beispiel unbrauchbar bezogen auf den Gummi und verloren die Zuklebefähigkeit. Diese Ganzsachen Umschläge konnten bei der Reichspost gegen neue Umschläge umgetauscht werden. Am 4. August 1873 wurde verfügt, dass der Wertestempel des kleinen und großen Brustschildes aus der Ganzsache ausgeschnitten werden durfte. Somit wurden Groschen und Kreuzerwährung auch als Ganzsachenausschnitte, also Ausschnitte von Umschlägen, zur Frankatur zugelassen. Im Michel Ganzsachen Katalog werden diese als GAA bezeichnet.

Ab 1873 der Zeit des Motiv bei Briefmarken „Adler im Oval“ wurden die ersten Postkarten von der REICHSPOST verausgabt.  Diese Ganzsachen werden im Michel Ganzsachen Katalog mit P bezeichnet.

Um die Jahrhundertwende von 1900 wurde zum ersten Mal ein Thema auf einer Ganzsache angesprochen. Und zwar das Thema Jahrhundertwende 1900. Es wurde hierzu extra ein „Jubiläumsklischee“ auf die Ganzsache zu 5 Reichspfennig Motiv Germania gedruckt. Von dieser Ganzsache welche am 28. Dezember 1899 verausgabt wurde gibt es verschiedene Typen. Im Ganzsachen Katalog sind unter der P 43 rund 9 verschieden Typen mit unterschiedlicher Preisnotierung aufgeführt.

1900 Jahrhundertwende Ganzsache Deutsches Reich

Folgende Ganzsache Deutsches Reich gestempelt Strassburg 1.1.00 - 12 - 12

1900 Jahrhundertwende Ganzsache Deutsches Reich gestempelt

Die P 314 ist die letzte Ganzsache des Deutschen Reich

Die letzte Ganzsache des Deutschen Reich ist die P 314. Hier wurde der Vordruck geändert. Auf folgendem Bild ist diese Karte zu sehen. Ganzsachen wurden von der Reichsdruckerei zu je 100 Stück bandaroliert an die Schalter der Reichspost vergeben. Hundert Karten kosten somit 6 RM. Ein Facharbeiter verdiente 1944 ca. 370,- RM im Monat. 6 Reichsmark von 1944 entsprechen heute ungefähr 28,- €. Eine Karte würde damals somit rund 28 Cent an Transport gekostet haben. Hier wird klar, dass die Reichspost die Herstellungskosten für eine Ganzsachen - Postkarte als sehr gering ansah. Der Verfasser vermutet, dass eine Karte ca. 0,1 - 0,2 Reichspfennig in der Herstellung gekostet hat. Bei dieser Karte hier sieht man auch noch ein Bespiel für die Propaganda im "Dritten Reich". 1944 hatte Adolf Hitler schon lange keine großen öffentliche Auftritte. Dem Volke wurde dieses Ausbleiben an der Öffentlichkeit von Adolf Hitler durch die Propaganda so verkauft, dass der Führer nur Kampf, Arbeit und Sorge kennt. So hat die Propaganda in den letzten Kriegstagen geschickt die Mär von dem ewig arbeitenden und schuftenden Adolf Hitler unter das Volk gebracht. Dass der Führer 1944 öffentlichkeitsscheu wurde, weil er dem Volke nicht mehr wagte unter die Augen zu treten, lassen neue Forschungsergebnisse zu. 1944 konnte Hitler dem Volk nichts mehr erzählen was an seine Glanzzeit von 1933 - 1941 anknüpfen konnte. Das Deutsche Reich war am Ende. Die Türen der Diplomatie waren unter anderem wegen der unvorstellbaren Ermordung von damals schon über 30 Millionen Menschen darunter 1944 schon 4,5 Millionen ermordeter Juden geschlossen. Das hatte Hitler schon 1943 in seiner Wolfschance, seinem militärischen Hauptquartier, zu Keitel und andere Offiziere gesagt. Die Türen waren geschlossen. Nur ein Sieg hätte da noch helfen können. 1944 sah es nicht nach Sieg aus. Systematisch fiel eine deutsche Stadt nach der anderen in Schutt und Asche. Die Fabriken im Deutschen Reich waren zum größten Teil zerstört. Am 6. Juni landeten die Alliierten in der Normandy. Was hätte der ewig arbeitende Hitler 1944 seinem Volk in der Öffentlichkeit erzählen können?

Letzte Ganzsache Deutsches Reich P 314 von 1944

Letzte Ganzsache Deutsches Reich P 314 von 1944 mit Bandarole

Letzte Ganzsache Deutsches Reich P 314 von 1944 Bandarole

Letzte Ganzsache Deutsches Reich P 314 von 1944

Letzte Ganzsache Deutsches Reich P 314 von 1944

Der ewig arbeitende Führer konnte 1944 seinem Volk nur noch schwammiges Zeug über die Vorsehung und über nicht wirksame oder existierende Geheimwaffen erzählen. Es wäre besser gewesen 1944 schon abzutreten als noch zu warten. Gerade in den letzten Kriegsmonaten mussten noch zig Millionen Menschen das Leben lassen. Für wen? Für den ewig arbeitenden Führer?

In der Philatelie und unter Briefmarkensammler sind Ganzsachen aus dem Deutschen Reich ein begehrtes Sammelobjekt. Echt gelaufene Ganzsachen aus dem täglichen Leben werden gesucht. Sie sind immer ein Zeitzeugnis. Ganzsachen des „Dritten Reiches“ werden von Briefmarkensammler weltweit gesucht. Den dieses Sammelgebiet von 1933 – 1945 ist recht schnell erschlossen. Schauen Sie sich bei uns um. Im Shop Aufbau werden wir uns auch den Ganzsachen widmen. Alle Bilder stammen vom Bildarchiv www.german-reich.de.